Hier ein offener Brief einer Genossin an den Parteivorstand der SPD.
Liebe Genossinnen und Genossen vom SPD-Parteivorstand,
vielen Dank für Eure untenstehende Einladung, der ich leider aus Termingründen nicht folgen kann. Wir aus der 12. Abteilung der SPD Berlin Friedrichshain-Kreuzberg wollen aber die Gelegenheit nutzen, um unsere Empörung über den Beschluss der SPD-Führung zur Teilprivatisierung der Bahn AG mitzuteilen. Wir sind fassungslos, dass sich die SPD-Führung damit einmal mehr gegen den Mehrheitswillen der SPD-Mitglieder und der deutschen Bevölkerung hinweggesetzt hat.
vielen Dank für Eure untenstehende Einladung, der ich leider aus Termingründen nicht folgen kann. Wir aus der 12. Abteilung der SPD Berlin Friedrichshain-Kreuzberg wollen aber die Gelegenheit nutzen, um unsere Empörung über den Beschluss der SPD-Führung zur Teilprivatisierung der Bahn AG mitzuteilen. Wir sind fassungslos, dass sich die SPD-Führung damit einmal mehr gegen den Mehrheitswillen der SPD-Mitglieder und der deutschen Bevölkerung hinweggesetzt hat.
Überall in der Welt werden die Folgen der Privatisierungswelle negativ sichtbar. Mancher Politiker , auch konservative Politiker- sind endlich bereit auch eigene Fehler einzusehen und eine Kurskorrektur vorzunehmen. In dieser Situation treibt die Sozialdemokratie Deutschland die schlechte Politik der Neoliberalen voran und liefert Futter für die internationalen Finanzmärkte. Herr Tiefensee ist dabei so dumm von frischem Geld zu sprechen! Es gibt kein frisches Geld - das Geld kommt egal, wer den Kredit aufnimmt, immer von den gleichen Banken. Anstatt daß der Staat selbst investiert- was dringend nötig wäre- und dafür den Kredit zu günstigen Konditionen aufnimmt, müssen wir Bürger jetzt auch noch die Rendite für die Privaten auf deren Kredit mitbezahlen. Einfluß verlieren wir dauerhaft!
Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich in Deutschland um das Gemeinwohl sorgen. Bürgerproteste, Volksbegehren, Volksentscheide, innerparteileiche Demokratie werden so ausgehebelt. Soll das unsere Zukunft sein?Wir sind auch einfach sauer, dass die Sachentscheidung über eine Teilprivatisierung zu einer Frage der parteiinternen Durchsetzungsfähigkeit von Genossen Beck umfunktioniert worden ist. Sehr durchsichtig sind hier die Strategien von Genossen Steinbrück und Steinmeier. Warum hat der Parteivorsitzende sich dem nicht klar entgegengestellt?
Wir fragen uns, warum die SPD-Führung trotz des Desasters der Bahnprivatisierung in Großbritannien die Teilprivatisierung der Bahn AG durchgesetzt hat und dafür ein Holdingmodell konzipiert hat, das sehr dem Holdingmodell bei den ebenfalls teilprivatisierten Berliner Wasserbetrieben (BWB) ähnelt. Die Folgen des Berliner BWB-Holdingmodells sind eine völlige Intransparenz, die jetzt auch bei der Bahn AG droht. Dass zudem Neuseeland seine privatisierte - und damit heruntergewirtschaftete - Eisenbahn wieder zurückkauft, sollte Anlass für den SPD-Vorstand sein, den fatalen Beschluss zur Teilprivatisierung noch einmal zu überdenken! Zumal inzwischen selbst die CDU in Hamburg die Privatisierung der dortigen HEW und die CDU in Berlin die sogenannte Teilprivatisierung der Berliner Wasser Betriebe- ein sogenanntes Modell der Öffentlich Privaten Partnerschaft- als Fehler einstufen.
Berliner Bürger haben mit 40.000 Unterschriften ein erfolgreich ein Volksbegehren initiiert, dass die Offenlegung der Geheimverträge verlangt. Dieses Recht wird uns vom Rot-Roten Senat in Berlin verwehrt, da das Interesse der Privaten Konzerne angeblich höher stehe, als dass der Bürger! Wir Berliner klagen nun vor dem Berliner Verfassungsgericht um Einsicht in die geheimen Verträge zu bekommen, die mit den Konzernen RWE und Veolia vor mittlerweile 10 Jahren von eine Schwarz-Roten Regierung geschlossen wurden und die noch weitere 20 Jahre geheim bleiben sollen. Hier zeigt sich daß Privatisierung Demokratie aushebelt!
Wir fragen uns, warum die SPD-Führung trotz des Desasters der Bahnprivatisierung in Großbritannien die Teilprivatisierung der Bahn AG durchgesetzt hat und dafür ein Holdingmodell konzipiert hat, das sehr dem Holdingmodell bei den ebenfalls teilprivatisierten Berliner Wasserbetrieben (BWB) ähnelt. Die Folgen des Berliner BWB-Holdingmodells sind eine völlige Intransparenz, die jetzt auch bei der Bahn AG droht. Dass zudem Neuseeland seine privatisierte - und damit heruntergewirtschaftete - Eisenbahn wieder zurückkauft, sollte Anlass für den SPD-Vorstand sein, den fatalen Beschluss zur Teilprivatisierung noch einmal zu überdenken! Zumal inzwischen selbst die CDU in Hamburg die Privatisierung der dortigen HEW und die CDU in Berlin die sogenannte Teilprivatisierung der Berliner Wasser Betriebe- ein sogenanntes Modell der Öffentlich Privaten Partnerschaft- als Fehler einstufen.
Berliner Bürger haben mit 40.000 Unterschriften ein erfolgreich ein Volksbegehren initiiert, dass die Offenlegung der Geheimverträge verlangt. Dieses Recht wird uns vom Rot-Roten Senat in Berlin verwehrt, da das Interesse der Privaten Konzerne angeblich höher stehe, als dass der Bürger! Wir Berliner klagen nun vor dem Berliner Verfassungsgericht um Einsicht in die geheimen Verträge zu bekommen, die mit den Konzernen RWE und Veolia vor mittlerweile 10 Jahren von eine Schwarz-Roten Regierung geschlossen wurden und die noch weitere 20 Jahre geheim bleiben sollen. Hier zeigt sich daß Privatisierung Demokratie aushebelt!
Wird die geplante Teilprivatisierung der Bahn auch durch geheime Verträge geregelt oder beschreitet die SPD in der Regierung den Weg der Transparenz? Wie haltet Ihr es mit den Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen der "Investoren", bei den geplanten Teilprivatisierungs Verträgen? Wäre es nicht ein demokratischer Weg - nach Eurem Beschluß zur Bahn- festzulegen, daß schon bei der Ausschreibung der Teilprivatisierung allen Investoren klar sein muß, daß jeder Vereinbarung, die diese mit der Bahn schließen, im Internet der Bevölkerung offengelegt werden muß? Wir sind sicher, daß diese Ausschreibungsbedingung dazu führen würden, daß die Privatisierung unterbleibt. Das Kapital scheut das Licht der Öffentlichkeit, wenn es um seine Interessen geht!
Aber es geht um unsere Daseinsvorsorge, um unsere Sicherheit und um unsere Mobilität!
Bedenkt dies bei Eurem Tun, wenn Ihr nah bei der Menschen sein wollt.
Mit freundlichen Grüßen
Gerlinde Schermer
Vorsitzende der Abteilung 12
SPD Friedrichshain-Kreuzberg
Die Rückholaktion aus Neuseeland:
Neuseeland kauft sein Bahn zurück - die Welt vom 6. Mai 2008
Neuseeland kauft sein Bahn zurück - Frankfurter Rundschau vom 5.Mai 2008
Die Karriere des Transnetvorsitzenden Hansen:
Heftige Kritik an Gewerkschaftsführer Hansen - Spiegel online vom 9. Mai 2008
Der Privatisierungsprofiteur - taz vom 9. Mai 2008Die Rückholaktion aus Neuseeland:
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Der globale Bahnkonzern:
Bahn will Billig-Töchter - die Zeit vom 11.05.08
Konzernumbau der Bahn steht auf der Kippe - die welt vom 12. Mai 2008
Die Umfaller:
Fraktionen von Union und SPD besiegeln Bahn-Privatisierung - Reuters vom 6.Mai 2008