Bei der SPD ist man wohl immer noch davon überzeugt, dass Armut eine Minderheitenangelegenheit wäre. Anders ist das Verhalten ihrer Bosse nicht zu interpretieren. Also für 50 Prozent der Bevölkerung müsste bei der nächsten Wahl klar sein, wenn sie nicht wählen können - .....würde Demokratie tatsächlich existieren.
Die SPD hat die Zeichen der kommenden Zeit wohl noch nicht erkannt. Ihre scheiss Ideologie, dass die individuelle "private" Situation, den Makel der "eigenen Schuld oder des eigenen Unvermögens" trägt und damit auch der Ausweg aus ihr "privatisiert" wird und kein gesellschaftliches Problem darstellt, wird bei steigender gesellschaftlicher Polarisation niemand mehr interessieren. Die strukturelle Gewalt wird in individuelle Gewalt überführt werden.
Zur Polarisierung der Gesellschaft tragen die BIG BOSSE der SPD wunderbar bei. Neuestes Beispiel: Sparen mit Sarrazin - die Hartz IV Diät:
4,25 € stehen jedem erwachsenen Hartz-IV Empfänger täglich für Nahrungsmittel zu. Mit Thilo sparen sie sogar 27 Cents.
Durchschnittlich 1550 Kalorien - das ist die tägliche Kalorienzufuhr mit der Hartz-IV-Empfänger in Berlin künftig auskommen solle. Laut Ernährungswissenschaft liegt der tägliche Kalorienbedarf einer erwachsenen Frau oder eines erwachsenen Mannes bei leichter körperlicher Tätigkeit zwischen 2300 und 2900 Kalorien. Aber die schauen ja eh alle nur blöd Klotze und kriegen den Arsch nicht hoch. Da kann Mensch locker die 1.000 Kalorien sparen.
Ein Speiseplan für Kinder hat die Mitarbeiterin von Sarrazin mit den mickrigen 2,28 € wohl nicht zustande gebracht.
Aber vielleicht können die Hartz-IV Empfänger ja ein bisschen beim Shampoo sparen. Laut SPD-Boss Beck waschen die sich ja bekanntlich nicht, sonst hätten Sie ja nen Arbeitsplatz. Nun gut.
Friedbert Pflüger CDU-Boss Berlin dazu: „Hätte ein CDU-Mann so eine Rechnung präsentiert, hätten die Linken Lichterketten organisiert, um den Politiker wegzubekommen. Die Linke muss sich schämen, so einen Mann wie Sarrazin mitzutragen. “ Leider hat die Berliner LINKE keine Zeit, sich für ihren Finanzsenator zu schämen. Sie sitzt seit Monaten im eigenen Sauerkrautfass, frisst Schweinshaxen und macht sich Gedanken zum „demokratischen Sozialismus“.
Berlinweit gibt es 320.000 Hartz IV-Haushalte.
Interessant an der schamlosen Debatte ist eigentlich dreierlei: Erstens die Schamlosigkeit Sarrazins auch noch tatsächlich der Ansicht zu sein, man könnte mit Hartz IV gut leben. Er kennt wohl niemand, den das betrifft. Zweitens dass es anscheinend nicht selbstverständlich ist für eine Behörde und die politisch verantworlichen, die Auswirkungen für 320.000 Hartz IV-Haushalte und für jedes dritte Berliner Kind tatsächlich nachzuprüfen und drittens dass hätten andere Institutionen wie der paritätische Wohlfahrtsverband etc. auf das Problem hingewiesen, es niemand interessiert hätte.
Insofern herzlichen Dank Thilo.
Freitag, 15. Februar 2008
Wer hat uns verraten - Teil II: Solidarität
Eingestellt von
Berliner Bündnis gegen Privatisierung
Labels: Wer hat uns verraten?
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